9. Oktober 2008
In den vergangenen Tagen hat der Kopierer Probleme gemacht. Mal wieder. Immer genau dann, wenn man ihn am nötigsten braucht, streikt er. [Gibt es eigentlich einen Zeitpunkt, an dem dies nicht so ist?] Dabei ist es schon erstaunlich, wie technische Geräte uns zu ungeahnten Gefühlsausbrüchen verleiten können: Wut, Ärger und Enttäuschung treten plötzlich hemmunglos an die Gemütsoberfläche. Und diese Empfindungen müssen nicht zwangsweise ausschließlich durch das Versagen der Technik hervorgerufen werden. Manchmal ist es ja auch nur der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Und es tut gut, wenn man wenigstens ein “Opfer” hat, bei dem man mal ordentlich Dampf ablassen kann, ohne dass es jemanden weh tut.
Jedenfalls habe ich mich dabei ertappt, wie ich diesem Gerät ein Seelenleben eingehaucht habe, indem ich es verdächtigt habe, dass es genau weiss, wie wichtig wir es gerade jetzt brauchen und dass es absichtlich kaputt gegangen ist. Ein anderes Mal habe ich ihn in Schutz genommen, weil alle auf ihm rumgehackt haben. Und außerdem bin ich davon überzeugt, dass jeder Kopierer regelmäßige Streicheleinheiten braucht. Seitdem ich ihn nämlich gekrault habe, schnurrt er wieder wie ein Kätzchen und läuft einwandfrei. Aber vermutlich liegt es auch nur daran, dass der Techniker da war und ihn wieder repariert hat.
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3. Oktober 2008
Seit ca. 6 Wochen schlage ich mich nun mit diesem Windows-Problem herum. Und heute endlich habe ich es behoben! Das ist wirklich ein gutes Gefühl. Das Problem hat sich folgendermaßen gestaltet: Die einzige Fensterfront in meinem Studio war mit Streifen übersät. Also habe ich versucht, die Streifen mit einem hochwertigen Fensterreiniger wegzuputzen. Aber das Mittelchen hat sein Versprechen nicht gehalten und so haben sich bei Sonnenschein wieder schöne Streifen auf den Scheiben abgezeichnet. Nach einem zweiten Putzversuch war das Ergebnis noch schlimmer. Also habe ich im Internet recherchiert, wie man mit diesem Windows-Problem umgeht. Und siehe da: Das Rezept mit Wasser, Spiritus und Citro-Essenz hat seine Wirkung getan. Zum Nachreiben habe ich Küchenrolle benutzt; schwarz-weisse Zeitung (wichtig: nicht bunt!) tut’s aber auch. Und nun geniesse ich streifenfreien Glanz ganz ohne teures Putzmittel.

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1. Oktober 2008
An einer Türe, die ich des öfteren anschaue, hängt ein Schild mit der Aufschrift “Blick nach hinten… alle Spuren beseitigt?”. Diese notdürftige Information hängt da wohl schon seit Jahren. Sie ist auf ein weisses Blatt Papier gedruckt und liebevoll mit Tesafilm befestigt [kein Kommentar zum Thema Hygiene].
Nun hat mich jemand drauf angesprochen, ob man diesen Zettel nicht durch etwas anderes ersetzen könnte, z.B. durch ein Bild (international) oder einen neuen Spruch, der die Sache mehr auf den Punkt bringt. Man könnte das neue Schild dann auch laminieren, damit es abwaschbar ist.
Ich habe mich also deswegen auf die Suche begeben, aber bis jetzt nichts passendes gefunden. Deshalb kam mir die Idee, die Sache einfach zu bloggen. Vielleicht bekomme ich ja von euch eine tolle Idee! Ich freu mich auf eure Kommentare.
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20. September 2008
Heute habe ich einen ausführlichen Spaziergang gemacht. Und wie ich da so meines Weges schreite, begegnet mir ein kleines Mädchen, das fröhlich vor sich hin springt und sich am Seilhüpfen versucht. Als wir uns treffen, schaut sie mich erwartungsvoll an und fragt mich auf perfektem Schweizer-deutsch (man möge mir verzeihen, wenn ich es hier nur annähernd richtig wiedergebe): “Moll, i cho scho guet Sail-gumpä?” Worauf ich ihr bestätige: “Ja, super!”. Während ich weiter laufe, denke ich so vor mich hin, dass mein “super” schon fast schweizer-deutsch geklungen hat.
In einiger Entfernung sehe ich, dass der Vater des Mädchens steht. Er war gerade damit beschäftigt, die kleine Schwester auf die Schultern zu nehmen. Als ich etwa auf gleicher Höhe mit dem Vater bin, höre ich, wie die Kleine von hinten aus voller Kehle diesem zuruft: “Die redet Hochdeutsch!”. Tja, somit war dann alles geklärt. Da muss ich wohl erst noch ein bisschen üben, bevor ich mein erstes Wort in Schweizer-deutsch korrekt aussprechen kann. Und eigentlich kann ich doch gar kein Hochdeutsch. Ich bin doch aus Baden-Württemberg. Tja, da konnte ich nur noch lauthals loslachen.
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16. September 2008
Seit wenigen Stunden habe ich ein neues Produkt mit Suchtpotential für mich entdeckt: die Schokolade von Ovomaltine. Eigentlich wollte ich ja gar keine Schokolade kaufen. Aber weil ich in einer Zeitung gelesen habe, dass die Schokolade in der Schweiz in nächster Zeit bis zu 20 % teurer werden soll, habe ich begonnen, Schokoladen-Hamster-Käufe zu tätigen. Schließlich lässt der Schwabe in mir nicht zu, dass ich mehr Geld als nötig für ein Produkt ausgebe. Der Grund für die Teuerung ist übrigens die gestiegene Nachfrage für Kakao - zum einen in anderen Ländern (z.B. China) und zum anderen bei der Schokoladenproduktion an sich (dunkle Schokoladen mit hohem Kakaoanteil sind gefragt wie nie). In meinem Warenkorb sind dann viele verschiedene Sorten gelandet. Schließlich kommt man nie mehr so günstig an diese Vielfalt. Und nun probiere ich mich durch meinen Kaufrausch und bin der Ovo-Schoggi gnadenlos verfallen.

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28. August 2008
Am Wochenende war ich shoppen. Dabei habe ich einen feinen aber äußerst wichtigen Unterschied gelernt. Folgende Situation: Ich stehe an der Kasse in einem großen Elektronikgeschäft in Pratteln. Insgesamt möchte ich drei Artikel kaufen - zwei für meine Arbeitsstelle und einen für mich. Als ich an der Reihe bin, deute ich auf den einzelnen Artikel und sage in Hochdeutsch “Das geht extra, bitte.” Der Verkäufer schaut mich sehr speziell an und erwidert auf Schwizerdütsch: “Sie meinet wohl se’paraaat.” Für mich gibt es keinen Unterschied zwischen “extra” und “separat”. Für Schweizer scheinbar schon. Deshalb: Immer schon losä [hinhören], wie die Einheimischen gewisse Dinge sägge [sagen], dann klappt’s auch mit der Völkerverständigung.

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20. August 2008
Es gibt ja so allerhand Besonderheiten, mit denen ich hier in der Schweiz konfrontiert werde, frei nach dem Motto: andere Länder, andere Sitten. Heute möchte ich von einer Eigenheit berichten, die mich seit Samstag beschäftigt.
Als eingefleischte Deutsche habe ich für meinen ersten Einkauf online herausgefunden, wo es den nächsten “Aldi Suisse” gibt. Nur 5 km entfernt konnte ich fast meinen gewohnten Einkaufsgepflogenheiten frönen. An der Kühltheke sind mir jedoch außer den im Vergleich enorm hohen Preise für Fleisch- und Wurstwaren die verschiedenen Buttersorten aufgefallen. Was Bitteschön ist der Unterschied zwischen Kochbutter, Tafelbutter und Teebutter?
Meine Internetrecherchen haben mir u.a. folgendes Ergebnis geliefert: Man unterscheidet Teebutter (Güteklasse I, mild-säuerlicher Geschmack bei Sauerrahmbutter bzw. Sahnegeschmack bei Süßrahmbutter), Tafelbutter (Güteklasse II, kann leichte Geschmacks- oder Geruchsfehler aufweisen) und Kochbutter (Güteklasse III, kann stärker ausgeprägte Geruchs- oder Geschmacksfehler erkennen lassen). Außerdem kann die Kochbutter zeitweise Milch aus der EU enthalten.
In alter Schwabenmanie habe ich mich für die preiswerte Kochbutter entschieden und kann weder stark ausgeprägte Geruchs- und Geschmacksfehler erkennen noch EU-Milch herausschmecken. Ich wünsche euch viel Spaß bei eurem nächsten Aldi-Einkauf!

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18. August 2008
Heute habe ich einen von Millionen als wichtigen Meilenstein des menschlichen Daseins empfundenen Weg beschritten: Ich bin nun stolze Inhaberin eines Schweizer Bankkontos. Unglaublich, was so eine Tätigkeit in der Schweiz mit sich bringt. Außerdem habe ich meine erste Erfahrung mit einem Passbildautomaten gesammelt. Die Fotos habe ich für meinen Ausländerausweis benötigt, den ich heute im Rathaus Liestal beantragt habe, in dem ich mich bei der Einwohnerkontrolle angemeldet habe.
Die Stadt Liestal lässt sich ihre neue Bewohner schon was kosten. Ich habe u.a. ein Gutscheinheft inkl. zwei Gratis-Tageskarten für den Tarifverbund Nordschweiz gschenkt bekommen. Die Informationen wurden in einer ansprechend roten Papiertüte mit der weißen Aufschrift “Liestal” überreicht. Sowas habe ich in Deutschland noch nicht bekommen. Dafür kostet das deutsche Meldewesen auch keine 20,00 CHF. Mein größter Spaß für heute war jedoch die Kehrichtmarken (also Müllmarken) zu erwerben. Ich bin schon gespannt, welche feinen schweiz-deutschen Unterschiede ich noch erleben werde.

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17. August 2008
Nun ist also doch alles anders gekommen, als geplant. Seit Freitag bin ich auf dem Bienenberg und wohne nicht nur hinter sondern mitten in oder besser gesagt auf dem Berg. Mein geplanter Freiwilligendienst hat sich zerschlagen, da ich kein Visum für die für mich vorgesehene Stelle bekommen habe. Dafür habe ich ein Stellenangebot als kaufmännische Angestellte im Ausbildungs- und Tagungszentrum Bienenberg/Schweiz (ATB) bekommen, das ich freudig und dankbar angenommen habe. Alternativ hatte ich überlegt, die 7-monatige Kurzbibelschule “Quest” zu besuchen. Dieser Gedanke hat sich dann mit dem Stellenangebot überschlagen und ich habe mich für’s Arbeiten entschieden. Ich freue mich sehr auf die vor mir liegende Zeit, um genau zu sein - 10 Monate von September 2008 bis Juni 2009. Und bin gespannt, was ich dort so alles erleben werde.

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18. Juli 2008
Eigentlich sollte ich ja am Dienstag für ein Jahr in die USA fliegen, um dort einen Freiwilligendienst zu leisten. Leider gibt es aber Probleme mit meinem Visum für die Stelle. Deshalb häng ich gerade bei meinen Eltern ab. Vielleicht wird’s ja doch noch was mit USA… Jedenfalls hatte ich dadurch die Chance, “The Puppini Sisters” live zu sehen. Ich war schon sehr enttäuscht, dass die drei nach Karlsruhe kommen, jedoch ich schon weg bin. Aber wie gesagt - jetzt konnte ich sie doch noch sehen und ich bin immer noch total begeistert von ihrem Auftritt! Außerdem habe ich es geschafft, in der ersten Reihe zu sitzen. Dieser Umstand hat mir einige Details der Sisters offenbart, die ich hier nicht weitergeben möchte. Nur soviel: Es lohnt sich, die Puppinis live zu sehen - sie sind definitiv ein Ohren- und Augenschmaus.
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