Arena-Fieber
Stell‘ dir folgende Situation vor:
Ein riesiges Stadion gefüllt mit motivierten Fans aus aller Welt, die laut Fangesänge grölen. Viele haben bunte Fahnen und Banner dabei und schwingen sie rhythmisch in der Luft. Manche Klatschen einen gleichmäßigen Takt. Die Hot-Dog-Verkäufer haben ihre Bauchläden zur Seite gestellt, um in den Jubel der Fans mit einzu-stimmen. Man hört laute Sirenen, die ohrenbetäubend von den Rängen tönen. Und überall sieht man fröhli-che und zufriedene Gesichter, die voller Erwartung gespannt auf den großen Moment warten. Der Arena-Boden ist mit feinstem englischen Rasen ausgelegt, der millimetergenau zurechtgeschnitten wurde. Die Banden sind mit wunderschönen Girlanden verziert, so dass die Werbung nicht mehr sichtbar ist. Scheinwerfer leuch-ten die Arena in einem optimalen Lichtverhältnis aus. Alles strahlt und glitzert, die Fotografen und Kamera-teams sind aufnahmebereit. Eine nicht enden wollende Laola-Welle startet in der Menge und macht unzählige Runden. Und mitten in diese Szene kommt plötzlich von oben herab der Champion. Er ist weiß gekleidet, aber er erstahlt in einem besonderen Licht, so dass es scheint, als ob er aus purem Gold sei. Der Menge stockt der Atem über so viel Anmut und Schönheit. Sie können nur noch staunen und stimmen dann allesamt in die Nationalhymne ein „Ehre dem Lamm und Champion, der geopfert wurde. Ihm gehören alle Macht und aller Reichtum. Ihm allein gehören Weisheit, und Kraft, Ehre, Herrlichkeit und Anbetung!“ (nach Off. 5,12). Ende der Szene.
Die Tage im Juni 2006 sind geprägt vom WM-Fieber: Überall sieht man Fußbälle in den Schaufenstern, viele bunte Fahnen zieren die Straßen und die Deutschen zeigen sogar so etwas ähnliches wie Nationalstolz, wenn sie gemeinsam mit der deutschen Fußball-National-Elf in die Nationalhymne einstimmen. Wobei man sagen muss, dass der Gesang nicht unbedingt geübt klingt, da man in Deutschland die Nationalhymne nur alle vier Jahre zur Fußball-WM singt, um nicht versehentlich als Rechtsradikal in Verruf zu kommen. Es ist unglaub-lich, was für eine offene Atmosphäre in Deutschland herrscht. Einige Menschen, die ich sonst nur als un-scheinbar wahrgenommenen habe, blühen regelrecht zur Hochform auf, wenn es darum geht, Schweini & Co. durch lautes Rufen und wildes Gestikulieren in ihrem Spiel zu unterstützen. Und Mitten in dieser WM-Freude bin ich zu Tränen gerührt. Würden wir für Jesus auch so eine WM-Party schmeißen? Jubeln wir ihm in der Gottesdienst-Arena freudig zu? Haben wir als Himmelsbürger so etwas wie Nationalstolz? Er hat doch den Sieg schon lange für uns eingefahren. Er hat für unser Leben hart gekämpft und hat den Triumph teuer mit seinem Blut bezahlt.
Mich bewegt es tief in meinem Herzen, wenn Fußballer vor dem Spiel ein Kreuz schlagen und sich dabei die Lippen bewegen, als ob sie um Gottes Beistand für die kommenden 90 Minuten bitten. Dieses öffentliche Be-kenntnis wirkt auf mich so selbstverständlich. Und mir wird wieder neu bewusst, dass wir Gott in jeder Situa-tion die Ehre geben können. Egal, was andere von uns denken. Solange es nicht verkrampft und aufgesetzt scheint, sondern von Herzen kommt, ist das auch für die anderen drumherum authentisch. Schließlich geht es für uns nicht nur um einen WM-Titel, sondern um das ewige Leben.

Möge Gott euch mit seinem Frieden erfüllen und euch helfen, ohne jede Einschränkung ihm zu gehören. Er bewahre euch, damit ihr fehlerlos seid an Geist, Seele und Leib, wenn unser Herr Jesus Christus wiederkommt. (1. Thessalonicher 5,23)