Die Quelle meiner Zimmerpflanzen
Manchen Pflanzen sieht man es an, wenn sie nicht genug Wasser haben, andere können auch mit spärlicher Wasserzufuhr auskommen. Meine Graslilie ist ein tolles Beispiel dafür. Sie kann zwei Wochen ohne Wasser auskommen. Allerdings färbt sich das kräftige Saftgrün mit der Zeit in ein zartes Blassgrün. Wenn die Pflanze dann plötzlich wieder Wasser bekommt, weckt man in ihr ungeahnte Kräfte. Die vorher schlaff herunterhängenden Blätter straffen sich zu einem schwungvollen Bogen. Manchmal wachsen ihr neue Ableger und sie blüht im wahrsten Sinne des Wortes richtig auf. Mein Hibiskus hingegen braucht fast täglich Wasser. Wenn er nicht genügend Flüssigkeit bekommt, konzentriert er sich auf das Wesentliche: Blühen. Also werden zuerst die Blätter abgestoßen, die sich dann innerhalb kürzester Zeit gelblich färben und dann einfach absterben und vertrocknen. Die Trockenzeit hinterlässt bei ihm ihre Spuren.
In meinem Leben ist das ähnlich. Ich erlebe „Blütezeiten“ und „Durststrecken“, die sich unterschiedlich bemerkbar machen. Gelegentlich verliere ich den Schwung und ein Teil von mir verblasst. Wenn ich mir dann eine Auszeit gönne, in der ich neu Auftanken kann, gehe ich gestärkt weiter und es entfalten sich neue Ideen-Blüten in mir. Es gibt Zeiten des Wachstums, aber auch Zeiten des Mangels, die ihre Spuren hinterlassen. Zeiten, in denen Dinge erst absterben müssen, damit etwas Neues entstehen kann. Mein Ziel ist es, meine Wurzeln nach der Quelle des Lebens auszustrecken und mich neu füllen zu lassen.
„Wer von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.“ Johannes 4,14
