Kinowelten

Ich mag Geschichten – vor allem, wenn sie unter die Haut gehen. Und wo kann man das am besten erleben? Natürlich im Kino! Am Donnerstag war ich z.B. in „Elizabethtown“ - dem neuen Film mit Kirsten Dunst und Orlando Bloom. Dabei ist mir wieder aufgefallen, wie unterschiedlich doch das Kinopublikum je nach Filmangebot strukturiert ist. Bei „Sin City“ waren hauptsächlich Männer im Kino und vereinzelt ein paar Freundinnen, die wohl mit mussten, weil sie ihren Freund die Woche zuvor als begleitpersönliche männliche Ausnahme in die Laydies-Night „Frau mit Hund sucht Mann mit Herz“ geschleppt hatten. Am Donnerstag (Elizabethtown) lag die Frauenquote auch eher bei 97 %. Jeder hat da halt so seine bevorzugte Scheinwelt, in die er gerne eintaucht, um den Alltag zu vergessen.

Mich beschäftigen Filme oft noch lange, nachdem ich sie gesehen habe. Sie inspirieren meinen Alltag, z.B. wenn mir eine lustige Szene einfällt, die mich zum Lachen bringt. Oder wenn ich mich voll und ganz in eine Situation reindenke und nach anderen Lösungswegen suche als im Film dargestellt. Eine Geste oder ein cooler Spruch wird unbewusst ein Teil von mir selbst. Manchmal ärgere ich mich auch über die Filmemacher, weil gewisse Szenen oder auch komplette Streifen einfach bodenlos schlecht sind (zumindest nach meinem Empfinden).

In der Kinowelt schaut vieles oft so einfach aus. Aber das berühmte happy-end lässt sich nun mal nicht vier zu drei in mein Leben übertragen. Trotzdem spüre ich diese tiefe Sehnsucht in mir nach Harmonie, Gerechtigkeit, Frieden – eben dieser Traum von einer heilen Welt mit happy-end. Vielleicht wurde mir diese Sehnsucht von Anfang an in mein Herz gelegt. Und sie gibt sich nicht mit der schalen Kinoscheinwelt zufrieden. Sie sucht nach mehr. Und dieses „mehr“ ist nur bei dem zu finden, der mich geschaffen hat – bei Gott.

„Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so sehne ich mich nach dir, o Gott! Meine Seele dürstet nach dir, dem lebendigen Gott“. Psalm 42,1-2

Drinking deer

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