Wegwerfgesellschaft
Man sagt, dass wir in einer Wegwerfgesellschaft leben. Wenn ich meinen Kleiderschrank ansehe, dann komme ich darüber gründlich ins Zweifeln. Ich hab so viele Klamotten, dass sich damit bestimmt 50 Mädels gleichzeitig in eine Turtle-Kollektion schmeißen könnten und es wären immer noch Sachen in meinem Schrank. Ich kann das nicht – Gegenstände zu entsorgen ist einfach nicht mein Ding.
Wenn ich mich in meine Kindheit zurückzoome, wird mir bewusst, an was das liegt. Da fallen mir die Spüllappen meiner Mum ein, die aus gebrauchter Unterwäsche unserer Familie umfunktioniert wurden. Und ein beliebter Satz kommt mir in den Sinn „Schmeiß des mol no net weg – des ko mr doch no braucha!“
Ich versuche mich der Gesellschaft anzupassen. Immerhin gibt es in meinem Haushalt bereits einen Platz für die Küchenrolle – welch Verschwendung in den Augen meiner Vorfahren. „Do nimmt mr en Lappa und dr Dreck isch wegbuzt! Den kosch donoch auswäscha un wiedr nemma.“
„Jesus antwortete ihm: ‚Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach.’“ Matthäus 19,21